Welche Sortiermaschine passt zu welchem Produkt?

Eine Sortiermaschine ist das Herzstück nahezu jeder Verarbeitungslinie im Kartoffel-, Gemüse-, Obst- und Blumenzwiebelanbau. Doch die richtige Maschine für das eine Produkt ist nicht immer auch die richtige Maschine für ein anderes. Eine Zwiebelsortiermaschine arbeitet grundsätzlich anders als eine Gurkensortiermaschine, und eine Spargelsortiermaschine erfordert wiederum einen ganz anderen Ansatz als eine Rollensortiermaschine für Karotten. In diesem Blog stellen wir pro Produktgruppe die verschiedenen Sortiertechniken vor, erklären die Unterschiede und zeigen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Größensortierern (Sortierung nach Größe, Gewicht oder Länge) und optischen Sortierern (Sortierung nach Qualität, Farbe und Abweichungen). Diese beiden werden für leicht unterschiedliche Zwecke in einer Linie eingesetzt: nach Größe und nach Qualität. Möchten Sie direkt zu einer bestimmten Kategorie springen? In unserem vollständigen Sortiment gebrauchter Sortiermaschinen finden Sie alle Maschinen nach Kultur und Maschinentyp.
Sortiermaschinen für Freilandgemüse
Für Freilandprodukte wie Kartoffeln, Zwiebeln, Blumenzwiebeln, (Baby-)Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Chicoréewurzeln und Rosenkohl werden fast immer Größensortierer eingesetzt. Die am häufigsten verwendeten Techniken sind der Schüttelsortierer, der (radiale) Rollensortierer, der Längensortierer und der Bandsortierer. Welche Maschine Sie wählen, hängt vom Produkt, der gewünschten Kapazität und der gewünschten Sortiergenauigkeit ab. Im Folgenden erklären wir die Funktionsweise der verschiedenen Sortierer für Freilandgemüse.
Mechanische Schüttelsortierer
Ein Schüttelsortierer arbeitet mit vibrierenden oder schüttelnden Siebdecks mit zunehmend größeren Perforationen. Das Produkt wird durch die Schüttelbewegung vorwärts transportiert und fällt durch die Sieböffnungen in die entsprechende Größenklasse. Dieser Sortiertyp wird häufig für Zwiebeln, Kartoffeln, Blumenzwiebeln und Rosenkohl eingesetzt. Vorteile sind die einfache Bauweise, Robustheit und relativ geringe Wartungskosten. Speziell für Kartoffeln gibt es Varianten mit mehreren übereinander angeordneten Sortierstufen.
Mechanische Rollensortierer (radiale Rollensortierer)
Ein Rollensortierer, auch radialer Rollensortierer genannt, sortiert nach Größe, indem die Produkte zwischen zwei auseinanderlaufenden Rollen hindurchfallen. Der Abstand zwischen den Rollen vergrößert sich schrittweise, sodass das Produkt genau an der richtigen Stelle durch den Spalt fällt. Dieser Typ eignet sich hervorragend für Blumenzwiebeln, (Baby-)Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Chicoréewurzeln, Steckzwiebeln und Kartoffeln.
Für Rosenkohl gibt es spezielle Rollensortierer mit kleineren Rollen und einem präziseren Durchfall, da Rosenkohl kleiner ist als Zwiebeln oder Kartoffeln und empfindlicher auf Beschädigungen reagiert.
Längensortierer (Bruchsortierer)
Bei Karotten und Pastinaken ist die Länge mindestens ebenso wichtig wie der Durchmesser. Ein Längensortierer, auch Bruchsortierer genannt, verwendet dafür in der Regel ein System aus Schnüren, Rollen oder Bändern mit zunehmenden Spalten. Kurze Stücke fallen früher hindurch als lange, sodass das Produkt sauber nach Länge sortiert wird. So werden Bruchstücke entfernt und es bleiben gleichmäßige, hochwertige Bündel übrig. Dieser Maschinentyp ist häufig ein unverzichtbarer Bestandteil einer kompletten Linie für Karotten oder Pastinaken.
Bandsortierer (Schnur-/Mattensortierer)
Ein Bandsortierer arbeitet mit durchlaufenden Sortierbändern oder -matten, deren Öffnungen größer werden. Dieser Typ wird häufig für Kartoffeln eingesetzt und in angepasster Form (mit anderen Bändern und einer weicheren Oberfläche) auch für Obst. Der große Vorteil ist die Modularität: Pro Größensortierung handelt es sich oft um eine separate Einheit, sodass sich mehrere Einheiten einfach hintereinander platzieren lassen, um in verschiedene Größen zu sortieren. Faustregel: Breite = Kapazität
Zusätzlicher Hinweis
Für alle oben genannten Größensortierer gilt eine wichtige Faustregel: Je breiter der Sortierbereich, desto höher die Kapazität. Ein 60 cm breiter Schüttelsortierer ist für einen kleineren Betrieb ausreichend, doch für industrielle Kapazitäten bewegt man sich schnell in Richtung 1,0 bis 1,2 Meter Breite oder mehr. Wählen Sie die Breite immer im Verhältnis zu Ihrem durchschnittlichen und maximalen Durchsatz, damit die Maschine niemals zum Engpass in Ihrer Linie wird.
Optische Sortierung: nach Qualität statt nach Größe
Neben der Größensortierung werden Freilandkulturen heutzutage fast immer auch optisch sortiert, entweder manuell oder maschinell. Ein optischer Sortierer bewertet jedes einzelne Produkt mithilfe von Kameras auf Abweichungen, Beschädigungen, grüne Stellen, Fäulnis, Steine und Fremdmaterial. Das Hauptziel ist das Aussortieren beschädigter oder verdorbener Produkte, nicht die Sortierung nach Größe. Beide Schritte sind daher in der Linie häufig voneinander getrennt.
In den letzten Jahren hat sich in dieser Kategorie viel verändert. Während Kameras früher nur Farbe und Konturen erkennen konnten, sind moderne optische Sortierer heute mithilfe von KI selbstlernend: Die Software lernt ständig, mehr Abweichungen zu erkennen und kann spezifische Defekte (wie Schorf, Erdreste oder innere Verfärbungen) herausfiltern, die für das Auge kaum sichtbar sind. Das Aussortieren erfolgt in der Regel durch kurze Luftstöße, die fehlerhafte Produkte aus dem Produktstrom herausblasen, oder durch mechanische Greifer, die sie entfernen. Dennoch erfolgt auch in den modernsten Linien ein Teil der Kontrolle weiterhin manuell. In vielen Betrieben bleibt die menschliche Kontrolle am Sortierband bestehen, auch wenn dies technisch gesehen keine Sortiermaschine ist.
In unserem Sortiment finden Sie eine Auswahl optischer Sortierer für die Qualitätsbewertung. Sehen Sie sich den aktuellen Bestand in unserer Kategorie für optische Sortiermaschinen zur Qualitätsprüfung an.
Sortiermaschinen für Obst und Gewächshausgemüse
Während Freilandgemüse typischerweise sortiert wird, indem das Produkt „durch“ die Maschine fällt, gilt für Obst und Gewächshausgemüse genau das Gegenteil: Das Produkt wird einzeln getragen, um Beschädigungen zu vermeiden. Dafür werden Cupsortierer eingesetzt: Jede Frucht liegt in einem eigenen Becher, fährt an Wiege- und Kamerastationen vorbei und wird an der richtigen Stelle abgeworfen.
Bechertypen pro Produkt
Ein Cupsortierer ist fast immer mit Bechern ausgestattet, die zum jeweiligen Produkt passen. Grob lassen sich drei Kategorien unterscheiden:
- Standardbecher: für Äpfel, Birnen, Kiwis, Zitrusfrüchte, Steinobst und anderes rundes Obst mit begrenztem Durchmesser.
- Größere Becher: für Paprika, (Fleisch-)Tomaten, Mangos, Avocados und anderes größeres rundes Obst. Die Aweta KG3-16+1 Tomatensortiermaschine ist ein repräsentatives Beispiel.
- Längliche Becher: für Gurken, Zucchini, Auberginen und teilweise auch Süßkartoffeln. Für Auberginen muss die Maschine besonders schonend ausgeführt sein, mit speziellen Ausläufen und staubildenden Bändern; Auberginen sind sehr empfindlich und bekommen schnell Druckstellen.
Wiegezellen, Kettenbahnen und Kameras
Moderne Cupsortierer sind in der Regel weit mehr als reine Größensortierer. Sie können mit Wiegezellen ausgestattet werden, um jedes einzelne Produkt exakt nach Gewicht zu sortieren, was genauer ist als eine rein optische Volumenschätzung. Für höchste Kapazitäten verschwindet der Becher sogar zunehmend aus dem Bild: Die neueste Generation von Sortiermaschinen verwendet für bestimmte Produkte Kettenbahnen anstelle einzelner Becher. Das erhöht die Kapazität erheblich, stellt jedoch spezifische Anforderungen an Produktform und Handhabung.
Darüber hinaus ist heute nahezu jeder Cupsortierer kameragesteuert. Dadurch ergeben sich deutlich umfangreichere Sortierkriterien:
- Größe / Kaliber
- Farbe
- Äußere Qualität (Form, Beschädigungen, Druckstellen)
- Innere Qualität (Dichte, Reifegrad)
- Vorhandensein der Krone (bei Tomaten)
Auch hier gilt: Je mehr Linien mit Bechern oder Kettenbahnen vorhanden sind, desto höher ist die Kapazität. Eine Maschine mit 2 Linien ist ideal für kleinere Betriebe, während spezialisierte Verpacker oft 6 bis 10 parallele Linien einsetzen, um die Anlieferung zu bewältigen.
Spargelsortiermaschinen: eine eigene Kategorie
Spargelsortiermaschinen verdienen innerhalb dieser Kategorie ein eigenes Kapitel. Spargel – sowohl weißer als auch grüner – erfordert einen Sortieransatz, der bei keinem anderen Produkt zu finden ist. Die meisten Spargelsortierer sind Cupsortierer, jedoch mit speziellen Bechern, einer besonderen Zuführung und oft einem integrierten Schneidmodul.
Je nach Ausführung kann ein Spargelsortierer nach folgenden Kriterien sortieren:
- Länge
- Kopfgröße
- Geschlossenheit des Kopfes
- Durchmesser
- Krümmung
- Form
- Farbe (insbesondere bei grünem Spargel relevant)
Viele Maschinen sind zudem mit einem Schneidmodul ausgestattet, das die Spargelstangen sofort auf die richtige Länge kürzt, sodass die Produkte direkt verkaufsfertig aus der Maschine kommen.
Wie wählen Sie die richtige Sortiermaschine?
Auf die Frage „Welche Sortiermaschine ist die beste?“ gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort. Die richtige Wahl hängt immer von mindestens vier Faktoren ab:
- Produkt: Ein Rollensortierer für Karotten ist kein Sortierer für Äpfel. Beginnen Sie immer beim Produkt und wählen Sie die passende Maschinenfamilie.
- Kapazität: Rechnen Sie nicht mit dem Durchschnitt, sondern mit der Spitzenleistung. Die Breite oder Anzahl der Linien bestimmt, ob die Maschine diese Spitzen ohne Engpässe bewältigen kann.
- Genauigkeit: Für Exportqualität entscheiden Sie sich eher für einen Cupsortierer mit Wiegezellen und Kameras; für Massenware reicht manchmal ein einfacher Schüttel- oder Rollensortierer.
- Integration in die Linie: Wie lässt sich die Maschine in Ihre Zuführung, Puffer, Verpackung und Ihr WMS integrieren? Eine gute Sortiermaschine steht und fällt mit der Abstimmung auf den Rest Ihrer Linie.
Bei Duijndam Machines prüfen wir jede gebrauchte Sortiermaschine, bevor sie in unser Sortiment aufgenommen wird. So wissen Sie nicht nur genau, welches Modell Sie kaufen, sondern auch in welchem Zustand es sich befindet. Sind Sie unsicher, welche Maschine am besten zu Ihrer Kultur passt, oder haben Sie andere Fragen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, senden Sie ein Foto Ihrer aktuellen Linie oder stöbern Sie in unseren Blogs nach weiteren Hintergrundartikeln über Sortierung, Verpackung und Wiederverwendung von Gartenbaumaschinen.
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